Der AWO Kreisverband Rottweil e. V.

Ein Verband, in dem sich Frauen und Männer zusammengeschlossen haben, um fortschrittliche soziale Arbeit zu fördern. Ein Verband, in dem ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Lösung sozialer Aufgaben aus staatsbürgerlicher Verantwortung und mitbürgerlicher Gesinnung mitwirken.

Die Arbeiterwohlfahrt ist ein föderativ aufgebauter Verband, dessen Willensbildung von den Mitgliedern ausgeht. Ein Verband, der eine freiheitlich-demokratische und sozial gestaltete Grundordnung des Gemeinwesens für eine unverzichtbare Voraussetzung sozialer Arbeit hält.

Die Arbeiterwohlfahrt dient Rat- und Hilfesuchenden aller Bevölkerungskreise, ohne nach der rassischen, politischen oder konfessionellen Zugehörigkeit des einzelnen Hilfesuchenden zu fragen.

AWO hilft - unabhängig von einer Mitgliedschaft

 

Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter besucht die Spittelmühle

Staatssekretärin Schwarzelühr-Sutter besucht die Spittelmühle

Informationsbesuch bei der AWO: Mirko Witkowski (von links), Alexander Schiem, Dietmar Greuter, Rita Schwarzelühr-Sutter, Isabella Cramer und Peter Hirsch. Foto: AWO

 

Das soziale Zentrum Spittelmühle in Rottweil war das Ziel eines Besuchs der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter. Dort informierte sie sich über die Einrichtung, tauschte sich mit Vertretern der Arbeiterwohlfahrt und der SPD über soziale Fragen aus und besichtigte die Handweberei und die Schreinerei, wo sie die Gelegenheit zum Gespräch mit den dort Beschäftigten nutze.

Die Spittelmühle bietet 24 Betten. Eine Schreinerei und eine Handweberei sind angegliedert. Die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt, genauer gesagt der AWO soziale Dienste gGmbH, bietet obdachlosen Menschen die Möglichkeit, wieder von der Straße wegzukommen. In den Werkstätten kann im Sinne von Tagesstrukturierung mitgearbeitet werden, einzelne Betroffene wurden sogar ausgebildet, um so eine Grundlage für einen eigenständigen weiteren Lebensweg zu schaffen.

Zentrale Themen des Gesprächs mit den AWO-Vertretern Peter Hirsch, Dietmar Greuter, Alexander Schiem und Mirko Witkowski (für die Kreisverbände von AWO und SPD) sowie der stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Rottweil, Isabella Cramer, waren der soziale Arbeitsmarkt, das soziale Grundeinkommen, aber auch der Umgang mit Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, und die Situation auf dem Wohnungsmarkt.

Dietmar Greuter sieht derzeit keine andere Möglichkeit, den von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen eine Chance auf eine Wohnung zu geben, als selber, sprich durch die AWO, auf dem Wohnungsmarkt tätig zu werden.

Die parlamentarische Staatssekretärin und SPD-Betreuungsabgeordnete für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen, Rita Schwarzelühr-Sutter: „Immer öfter werden Mieter aus ihren Wohnvierteln, ihrer Heimat durch drastische Mieterhöhungen verdrängt. Viele finden keinen bezahlbaren Wohnraum. Dagegen wird die SPD weiter vorgehen. Schon in der letzten Legislatur haben wir die Finanzmittel an die Länder für den sozialen Wohnungsbau verdreifacht. Die Länder hatten dann allerdings bei der Bund-Länder-Vereinbarung im vergangenen Jahr vereinbart alleine für den sozialen Wohnungsbau zuständig zu sein und dafür wollten sie einen höheren Anteil an der Mehrwertsteuer. Dennoch sei jetzt im Koalitionsvertrag im Bund vereinbart worden, nochmals zwei Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau in die Hand zu nehmen. Außerdem soll das Grundgesetz geändert werden, damit sich der Bund dauerhaft beim sozialen Wohnungsbau engagieren kann.

Dass sich beim Thema Obdachlosigkeit mit den Jahren einiges verändert hat, schilderte Dietmar Greuter aus seiner praktischen Erfahrung: „Wir haben immer mehr jungen Menschen welche bei wechselnden Bekannten schlafen, weil sie nicht mehr in der Lage sind aus eigener Kraft eine günstige Wohnung zu finden.“ Wer aber jeden Tag mit der Frage beschäftigt sei, wo er die kommende Nacht schläft, schafft den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt nicht: „Es gibt Menschen, die die Leistung für den anspruchsvollen Arbeitsmarkt nicht bringen können.“

Für Rita Schwarzelühr-Sutter ist es wichtig, denen Anreize zu geben, die Arbeiten gehen wollen. Diese müssten dann auch finanziell etwas davon haben. Für jene, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben, braucht es ihrer Ansicht nach, so wie auf Betreiben der SPD im Koalitionsvertrag festgehalten, einen sozialen Arbeitsmarkt. Nichts hält sie davon, wenn Menschen von einer Maßnahme in die nächste geschoben werden, ohne jemals eine Chance zu haben, an einer Arbeitsstelle tatsächlich Fuß zu fassen. Zusätzliche Anreize, etwas dazu zu verdienen, wünscht sich Einrichtungsleiter Alexander Schiem.

AWO-Geschäftsführer Peter Hirsch führte ein weiteres Thema in das Gespräch ein: „Man macht nicht mit Gesundheit Geld, sondern mit Krankheit.“ Auch sieht er den Rechtsanspruch auf eine medizinisch-pflegerische Versorgung nicht mehr überall als erfüllt an: „Gewisse Menschen kriegen diese Versorgung nicht mehr.“

Rita Schwarzelühr-Sutter notierte sich die Themen und versprach, diese mit nach Berlin zu nehmen und weiter zu bearbeiten. In der Schreinerei der Spittelmühle nutzte sie dann die Gelegenheit zum Gespräch mit den dort tätigen Menschen.

 

 

 

Den Pflegeheimen Gehen die Fachkräfte aus

Den Pflegeheimen Gehen die Fachkräfte aus

SPD-Bundestagskandidat Georg Sattler, die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle, der grüne Bundestagskandidate Hubert Nowack und AWO-Kreis- und Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Peter Faißt stellten sich im Anschluss an die öffentliche Veranstaltung im Kapuziner in Rottweil zum Gruppenfoto. Foto: Witkowski

 

Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle besucht das AWO-Heim in Dietingen Diskussionsveranstaltung in Rottweil

Landkreis Rottweil (wit). Deutschland gehen die Fachkräfte aus. Dies ist keine voreilige Befürchtung für die Zukunft, sondern bereits heute vielerorts ein großes Problem. Dabei klemmt es auch in den Berufen, in denen sich Menschen um andere kümmern. So auch im Bereich der Pflege. Für die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Landkreis Rottweil ist diese Entwicklung Grund genug, öffentlich immer wieder auf das Thema aufmerksam zu machen.

So war nun die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Sabine Wölfle, in den Landkreis Rottweil gekommen, um gemeinsam mit der AWO das Thema weiter zu vertiefen. Erstes Ziel war das Pflegeheim der AWO in Dietingen, wo derzeit 24 Einzelzimmer und sechs Plätze in der Kurzzeitpflege entstehen. Dort wurde sie von mehreren Vertretern der AWO, so von der Leiterin der Einrichtung, Schaplewski, und dem Vorsitzenden des AWO-Kreisverbands Rottweil, Hans-Peter Faißt, begrüßt.

Als Landesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der sowohl einen Rettungsdienst, als auch Pflegeheime betreibt, kennt sie das Thema aus eigener Anschauung. Die fertig ausgebildeten Fachkräfte können sich ihren Arbeitgeber quasi aussuchen.

Doch auch im Landkreis Rottweil ist es für die Betreiber von Senioren- und Pflegeheimen nicht leicht, ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Nach einer dreijährigen Ausbildung bleiben die Fachkräfte im Schnitt gerade mal acht Jahre im Beruf. Dabei steht nicht die Bezahlung an erster Stelle, wenn es um die Frage geht, wie der Beruf attraktiver werden kann, sondern die Arbeitsbedingungen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So kommt es immer wieder vor, dass sich eine Altenpflegerin darauf freut, endlich nach drei Wochen wieder mal am Wochenende frei zu haben, den Kinobesuch oder andere Aktivitäten mit der Familie plant und dann am Tag vorher erfährt, dass sie als Krankheitsvertretung einspringen muss.

Zumindest bei der Bezahlung tut sich derzeit etwas. So sollen im Zuge der Vereinheitlichung der Ausbildung die früher unterschiedlich bezahlten Krankenpfleger, Kinderpfleger und Altenpfleger künftig gleich bezahlt werden. Weitere Schritte müssen aber folgen. Geht es nach der AWO, dann soll es ein verpflichtendes soziales Jahr für alle jungen Menschen geben, sobald diese ihre Schule abgeschlossen haben. In Dietingen ist man im Pflegeheim übrigens sehr froh über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer.

Der Geschäftsführer der AWO Soziale Dienste gGmbH, Peter Hirsch, zu der die AWO-Einrichtung in Dietingen gehört, fordert eine weitere Entbürokratisierung. So wünscht er sich, dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) und die Heimaufsicht, ihre Prüfungen miteinander abstimmen und gemeinsam kommen, „anstatt den ganzen Laden zwei Mal komplett lahm zu legen“.

Nach einem Kurzbesuch beim Testturm von Thyssen-Krupp in Rottweil ging es weiter in den Kapuziner, wohin zahlreiche Besucher gekommen waren, um mit der Landtagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen. Moderiert vom AWO-Kreisvorsitzenden Hans-Peter Faißt, ging es unter der Überschrift „Sozialpolitik neu denken“ um die Themen „Verbesserungen in der Pflege und Gewinnung von Fachkräften“, „Armut im Alter“ und „bezahlbarer Wohnraum“. Vor dem Hintergrund der Themen bedauerte Faißt, dass sich die Repräsentanten von Landkreis und Stadt für den Abend entschuldigt hatten. Dafür waren neben den Bundestagskandidaten Georg Sattler (SPD) und Hubert Nowack (Bündnis 90 / Die Grünen) zahlreiche Besucher gekommen, die in der einen oder anderen Form direkt mit den angesprochenen Themen zu tun haben.

Sabine Wölfle machte deutlich, dass es auch in einem Land „in dem man gut und gerne lebt“ eben auch Menschen gibt, denen es nicht so gut geht. Für die Betroffenen sei es zunächst egal, ob zehn oder drei von 100 Menschen betroffen sind: „Die betroffenen Menschen brauchen Hilfe“. Mit Blick auf den bezahlbaren Wohnraum forderte Wölfle, dass jedes Jahr 50 000 neue Wohnungen gebaut werden müssten, davon 5000 Wohnungen als Sozialwohnungen. Hans-Peter Faißt machte die Möglichkeiten an einem neuen Baugebiet in Rottweil fest. Wenn man dort je Quadratmeter nur drei Euro mehr verlangen würde, wären damit bereits die Grundstücke und die Erschließung für zwei Gebäude mit Sozialwohnungen finanziert.

Sabine Wölfle kritisierte, dass von den vier Moderatoren beim TV-Duell Merkel-Schulz keine Fragen zu den Themen gestellt wurden, die die Menschen wirklich bewegen. Dafür wurde bei der AWO-Veranstaltung umso engagierter diskutiert und nachgehakt. Die AWO wird auch nach der Bundestagswahl dranbleiben und weitere Veranstaltungen zu sozialen Fragen anbieten, wie bereits in der Vergangenheit zur Frage des bezahlbaren Wohnraums.

 

 

AWO-Kreisvorstand informiert sich über das Programm „Soziale Stadt“

AWO-Kreisvorstand informiert sich über das Programm „Soziale Stadt“

Über die Fortschritte am Omsdorfer Hang in Rottweil hat sich der AWO-Kreisvorstand informiert.

 

Soziale Arbeit am Omsdorfer Hang gewürdigt / Sanierungsarbeiten werten Gebiet deutlich auf

Der „Omsdorfer Hang“ macht sichtbar Fortschritte: Die Gebäude sind nicht nur von außen isoliert und frisch gestrichen, sondern haben Balkone und deutlich verbesserte Wohnungen erhalten. Die Straßen und Treffpunkte machen einen ansprechenden Eindruck. Die AWO beteiligt sich dort personell am Programm „Soziale Stadt“.

Nun hat sich der AWO-Kreisvorstand – nach einem Abstand von rund zwei Jahren – erneut ein Bild vom aktuellen Stand gemacht. Sozialarbeiterin Christiane Bondzio und Dietmar Greuter von der AWO soziale Dienste gGmbH informierten aus erster Hand. Es gibt zwar durchaus noch etwas zu tun – nicht nur in baulicher Hinsicht. Dennoch hat sich eine Menge getan. Die Bauarbeiten sollen Ende 2018 abgeschlossen werden. Das Quartier wirkt mittlerweile, wie viele andere Wohngebiete, in denen neue Gebäude stehen. Bei Veranstaltungen kommen die Bewohner gerne nach draußen und feiern miteinander. Auch Spielmöglichkeiten und Parkplätze sind vorhanden.

Seit nun sechs Jahren ist auch die AWO dort aktiv. Im Gebäude Omsdorfer Hang 2 hat sie ein Büro, in dem eine Sozialarbeiterin erreichbar ist. Heute ist dies Christiane Bondzio. Zehn Stunden pro Woche ist sie dort und hilft den Menschen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen.

AWO-Kreisvorsitzender Hans-Peter Faißt freute sich: „Seit unserem Besuch vor zwei Jahren hat sich sehr viel Positives getan.“ Nicht nur mit Blick auf den Omsdorfer Hang machte Faißt deutlich: „Um die Schaffung preiswerten Wohnraums kommt keine Kommune herum. Hier sind auch die gemeinnützigen Wohnungsunternehmen gefordert.“

Sozialarbeiterin Christiane Bondzio informiert: „Es ist nicht einfach, an die Menschen heran zu kommen.“ Die Straßenfeste und das alle drei Wochen stattfindende Frauen Café seien immer gut besucht. Auch die zum zweiten Mal durchgeführte „Putzete“ kam bei über zwanzig Kinder vom Omsdorfer Hang und Umgebung gut an. 80 Prozent der Bewohner des Gebiets haben laut Christiane Bondzio einen Migrationshintergrund. Diese kommen überwiegend aus Russland, aber auch aus der Türkei, Albanien und anderen Ländern. Und weiter: „Das sind alles nette Leute. Ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht.“

Sowohl AWO-Kreisvorsitzender Hans-Peter Faißt, als auch sein Stellvertreter Mirko Witkowski unterstrichen, dass die AWO eine Fortsetzung der Betreuung im bisherigen Umfang für sinnvoll und notwendig erachtet. Dieses positive Bespiel sollte auch in anderen Wohngebieten mit entsprechender Bevölkerungsstruktur Nachahmung finden.

 

 

AWO und SPD setzen auf Flächentarifvertrag für Pflegeberuf

AWO und SPD setzen auf Flächentarifvertrag für Pflegeberuf

Sozialverband und Sozialdemokarten beraten gemeinsam über die Sozialpolitik

 

Landkreis Rottweil (wit). Baustellen gibt es in der Sozialpolitik mehr als genug. Nun sind Torsten Stumpf, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands, und Berthold Kammerer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion zu einem Meinungsaustausch bei der Kreisvorstandssitzung der Arbeiterwohlfahrt zu Gast gewesen. Im Jahr 1919 aus der SPD heraus gegründet, ist die AWO heute selbstständig tätig. Zählt aber nach wie vor, wie etwa die Naturfreunde, zu den befreundeten Organisationen der SPD.

„Das Angebot im sozialen Bereich ist im Landkreis Rottweil grundsätzlich gut und wird durch verschiedene Träger gewährleistet“, so AWO-Kreisvorsitzender Hans-Peter Faißt. Die AWO sei hier mit Pflegeheimen und ambulanten sozialen Diensten gut eingebettet. Auch das Engagement des Landkreises und der zahlreichen ehrenamtlichen im Flüchtlingsbereich würdigte Faißt. Ein Fehler sei jedoch, dass die Kreisbau, die Wohnungsbaugesellschaft auf Kreisebene, Wohnungen abreißt und durch teurere Neubauwohnungen ersetzt. Dabei verwies er auf die Ritterstraße in Rottweil. Die AWO engagiert sich unter anderem in Dietingen, wo demnächst an das bestehende Heim angebaut wird. Dabei entstehen 24 Plätze sowie sechs Tagespflegeplätze zusätzlich.

Sorgen bereitet der AWO die steigende Altersarmut. Deshalb hat der Kreisvorstand auch beschlossen, das bisher ehrenamtliche Engagement im Bereich der Sozialberatung künftig hauptamtlich fortzusetzen. „Es ist unsere Aufgabe als AWO, den Menschen hier durch Beratung zu helfen, das zu bekommen, was ihnen zusteht“, so Hans-Peter Faißt.

Berthold Kammerer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, liegt daran, den Gesprächsfaden auch mit verwandten Organisation aufzunehmen. Das „alles überragende Thema“ war nach seinen Worten das Thema rund um die Flüchtlinge. Maßgeblich von der SPD-Kreistagsfraktion mitbefördert wurde die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge im Landkreis. Waren es im Jahr 2015 noch 400 Flüchtlinge im Landkreis Rottweil, so sind es heute rund 2400 Personen. 400 Plätze sind derzeit frei. Nun werden immer mehr Menschen als Flüchtlinge anerkannt und haben ein Bleiberecht. „Dann braucht es Unterstützungssysteme“, so Kammerer. Am Anfang habe man auf Kreisebene drei Stellen gehabt, heute sind es 14 Stellen für Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Dies bedeutet, dass aktuell zwei Stellen unbesetzt sind, da niemand für diese Aufgabe zu finden ist.

Den Kreisseniorenplan, den Jugendhilfeplan und nicht zuletzt den Nahverkehrsplan sieht die SPD-Kreistagsfraktion zwar grundsätzlich positiv, dennoch schränkte Fraktionsvorsitzender Berthold Kammerer ein: „Alle Pläne leiden an der fehlenden konkreten Finanzierung“. Für den Kreisseniorenplan seien aber im aktuellen Haushalt 90 000 Euro vorgesehen. Was ihm allerdings fehlt, ist die Dezentralität und die notwendige professionelle Unterstützung. Der ÖPNV wiederum lebe von den Schülern, die rund 80 Prozent der Nutzer ausmachen. Als Erfolg sieht Kammerer den Ringzug, der seit fünf oder sechs Jahren schwarze Zahlen schreibt. Einen Fortschritt sieht er im Regiobus, der seit Dezember die Bahnhöfe Schiltach und Rottweil miteinander verbindet, im Stundetakt unterwegs ist, über W-Lan verfügt und bis nachts um 24 Uhr fährt.

Ein Problem sehen AWO und SPD in der fortdauernden Abwanderung von Menschen in die Ballungszentren. Hier gebe es ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die derzeit umgesetzt werden. Angefangen vom Ausbau der Beruflichen Schulen bis hin zur kreisweiten Verbesserung der Versorgung mit Breitband (Internet). Als relativ teuer für die Kunden sieht Kammerer den ÖPNV. Nicht zufrieden ist er mit dem Thema Wohnungsbau. Dabei sieht er den Namen Kreisbaugenossenschaft als Etikettenschwindel, da der Landkreis nur fünf Prozent der Anteile hält.