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19.01.2020

AWO-Senioren erleben Zeitgeschichte

Stadtarchivar Carsten Kohlmann erfreute die Gäste der AWO-Seniorenbegegnung mit einem beeindruckenden Vortrag zur 200-jährigen Geschichte der Schramberger Majolika Fabrik und gab einen umfassenden Einblick in das Schramberger Traditionsunternehmen. Zudem untermalten anwesende ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens den Vortrag mit Erinnerungen, Anekdoten und Fotos aus dem damaligen Arbeitsleben.

Zunächst beschrieb Kohlmann die späte Entwicklung Schrambergs vom Marktflecken zur Stadt im Jahr 1867 und die erste Ansiedlung der Steingut- und Porzellanfabrik durch Isidor Faist im alten Schloss. Um 1820 begann der Bau der neuen und heute noch erhaltenen Fabrikgebäude in der Schiltachstraße, die zu den ältesten Fabrikgebäuden Baden-Württembergs gehören. In dieser Zeit brachte die Bilder-Druck-Produktion Gebäude, Orte und Landschaften auf das Steingut.

Das Mettlacher Unternehmen Villeroy & Boch brachte im Anschluss das Unternehmen zur Hochindustialisierung und ermöglichte Schramberg 1892 einen Bahnanschluss. Ein Musterzimmer beinhaltete damals alle Dekore der Fabrik.

Im Jahr 1912 übernahm Moritz Meyer das Unternehmen und entwickelte mit zahlreichen namhaften Keramikdesignerinnen, wie der Ungarin Eva Zeisel viele neue Dekore. Die Novemberpogrome 1938 zwangen Moritz Meyer zum Verkauf der Fabrik und zur Emigration nach England. Sein Sohn Peter Meyer kehrte 10 Jahre später nach Schramberg zurück und die Familie Meyer durfte 1949 das Unternehmen wieder übernehmen. Peter Meyer und seine beiden Kinder Annette und Michael führten die Firma auch nach dem Tod Moritz Meyers im Jahr 1980 bis zur endgültigen Schließung 1989 weiter. Kohlmann erinnerte auch an die vielen anderen Designer wie Solveig Eriksson, Elfi Stadler und Ferdinand Langenbacher, die durch ihre Entwicklung neuer Designs die Firma zu Weltruhm führten und zeigte anschaulich viele Ansichten von Ausstellungsstücken aus dem Stadtmuseum.

Begeistert und beeindruckt von den vielen Ansichten, Bildern und Informationen verabschiedeten die Zuhörer Carsten Kohlmann mit viel Applaus und einem großen Dankeschön an den Referenten.

 

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